Nach einer sehr windigen und regnerischen Nacht war der Vormittag noch sehr durchwachsen.

Die Ruhe hat aber auch ihre Vorteile. So konnten wir uns um etliche administrativen Tätigkeiten kümmern, denn auch während der Tour müssen diese Aufgaben erledigt werden.

Nachdem wir jetzt schon einige Tage auf unserer Tour unterwegs sind, hat Lars sich heute endlich auch einmal einen der Roller von Peugeot Motocycles geschnappt, und eine Runde auf dem Campingplatz gedreht. Nachdem Willi und Nadja häufig in Gesprächen mit Urlaubern waren, hat er nun selbst die Gunst der Stunde genutzt und sich hier am Strandcamping Waging am See den Peugeot Tweet für eine Probefahrt ausgeliehen. Sein Vorteil: er hat den Motorradführerschein und darf daher auch den 125ccm-Roller fahren. Was viele gar nicht wissen: man braucht nicht zwingend einen Motorradführerschein, um Motorroller mit mehr als 50 ccm zu fahren. Für die etwas „Älteren“ unter uns gilt: ist der Führerschein vor dem 01.04.1980 ausgestellt, darf man 125ccm-Roller auch mit dem Auto-Führerschein fahren. Für die Jüngeren ist es seit Anfang 2020 auch etwas einfacher, wenn auch mit einem kleinen Zwischenstopp in der Fahrschule verbunden. Mit der Führerscheinerweiterung B196 dürfen alle, die älter als 25 Jahre sind und mindestens 5 Jahre ununterbrochen den Auto-Führerschein haben, innerhalb von Deutschland 125ccm-Roller bis 11 kW fahren. Der „Zwischenstopp“ in der Fahrschule umfasst einen theoretischen und praktischen Teil von ca. 13 Zeitstunden, aber ohne Prüfung!

Nach einer kurzen Einweisung durch Peter ging es auch schon los. Der Peugeot Tweet ist agil unterwegs und mit seinen großen Rädern sehr bequem. Dadurch ist auf unebenem Grund der Fahrkomfort sehr angenehm. Was Lars persönlich sehr gut gefällt, ist der flache Boden. Da kann man durchaus auch einmal eine Einkaufstasche verstauen, wenn das geräumige Staufach oder das Topcase bereits voll ist. Eigentlich der ideale Roller für das Wohnmobil, zumal es dieses Modell auch als 50ccm und 200ccm Variante gibt – sozusagen für jeden Führerschein die passende Ausführung.

Zum Nachmittag wurde es auch wieder trocken und so machten sich doch noch einige Tester auf den Weg zu uns. Bis zum Abbau wurde das Sortiment dann noch ausgiebig getestet.

Der Abbau, bzw. das Beladen unseres Hängers, ist immer eine sehr knifflige Angelegenheit. Ein falscher Handgriff kann fatale Folgen haben. Auch in den WoMos und im Sprinter muss alles am dafür vorgesehenen Platz verstaut werden, sonst geht auch schon mal die eine oder andere Tür nicht zu.

Vor der Fahrt wurde noch zu Abend gegessen, damit wir uns gestärkt auf den Weg nach Lechbruck machen konnten. 

Da unser Teammitglied Doris wieder mit von der Partie ist, hatte Lars jetzt die Gelegenheit, nicht den großen Hänger fahren zu müssen. Der sehr lange Hänger war zwar eine Herausforderung, die aber gut gemeistert wurde. So konnte Lars während der Fahrt endlich selbst auch einmal die tolle Aussicht auf die Berge und Chiemsee genießen. 

Bis wir vom Navi dann an eine Stelle navigiert wurden an der plötzlich, an einer sehr abgelegenen Stelle, eine Baustelle vor uns auftauchte und es so aussah, als würde es nicht weitergehen.

Nun musste Lars einspringen. Der Hänger musste rückwärts die Straße hoch manövriert werden. Die Autofahrer hinter uns waren aber sehr verständnisvoll und als wir uns im Dunkeln auf der Straße unterhalten haben, wurde Lars auf einmal gefragt, ob er was mit Paddeln zu tun habe. Bei unserem diesjährigen Stopp am Falkensteinsee hatte die Familie unsere Tour besucht. Wir waren schon im Begriff, den Hänger zu drehen, als 2 junge Männer ihren Motorroller starteten und uns durch die Engstelle über einen Feldweg navigierten. 

Diese Hürde genommen, mussten wir zwar einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, kamen aber glücklich um ca. 23 Uhr auf dem Campingplatz „Via Claudia“ an. Allerdings fehlte der Rest des Teams. Das andere WoMo stand am anderen Ende des Campingplatzes, an dem sie aber nicht hineinfahren konnten, und der Sprinter hatte einen „kleinen“ Umweg über München genommen. Navis können so böse sein… Zum Glück führen alle Wege nach Lechbruck.

Endlich wieder vereint, wurden wir schon freudig und mit einem Kaltgetränk von Chris (von Chris-Kajaks) in Empfang genommen. 

Schnell noch den Hänger und die WoMos an die richtige Stelle geparkt, noch kurz die Waschräume aufgesucht, und ab in die Kojen. Morgen geht es früh raus.