Unser zweiter Tag am Plauer See begann stürmisch. Das Wetter hatte, wie vorhergesagt, im Gegensatz zum Vortrag umgeschlagen. Es war etwas frischer, denn der Wind hatte deutlich zugenommen. Dies veranlaßte uns, den Contiki Cruiser nicht mehr aufs Wasser zu lassen.
Auch im Team Dachzelt, Felix und Martin, ging es stürmisch und verwirrend zur Sache, denn weder sie noch wir blickten am Ende durch. Die Ausgangssituation war die, dass Martin und Felix zeitversetzt ins Waschaus gingen. Martin hatte sich das Duschgel von Felix geliehen und als er zurück am Knaus BoxStar war, fiel Martin auf, dass der das Duschgel von Felix vergessen hatte. Auch hatte Martin seine eigene Zahnpasta im Waschhaus vergessen und Felix wartete derweil auf sein Duschgel. Ziemlich kompliziert für einen Morgen vor dem Frühstück, oder?
Der Plauer See ist bekannterweise ein Paddel-Wander-Revier und so überraschte es uns kaum, dass wir hier auf ein sehr starkes Interesse an den Canadiern trafen. Die Urlauber, die in diese schöne Gegend Deutschlands fahren, sind in der Regel mit entsprechenden Transportmöglichkeiten ausgestattet und können auch große Canadier transportieren. Schließlich gibt es für jede Transport-Herausforderung auch eine entsprechende Lösung – immer!
Unser Rookie Luca wollte an diesem Tag selbst einmal einen sportlicheren Canadier ausprobieren und antwortete naiv auf die Frage von Lars, ob er denn schon einmal so was Flottes gefahren sei, natürlich mit „Ja“. Luca hatte leider nicht mit dem starken Wind und den Wellen, welche von den regelmäßig vorbeiflitzenden Motorbooten erzeugt werden, gerechnet. Ein Anruf an Lars mit der Frage, wie man einen Canadier, der voll mit Wasser war, wieder ans Ufer bekommen würde, brachte alle im Team zum Lachen, denn alle hatten so etwas bereits erwartet. Luca hatte halt nicht richtig zugehört, als Lars in fragte. Glücklicherweise ist das Wasser im Uferbereich nicht tief und als Lars mit dem SUP Luca zu Hilfe eilen wollte, fand der diesen am Ufer mit einem bereits leeren Canadier und einem schuldbewussten Grinsen. Aus Fehlern lernt man, und manchmal sollte man schon auf Fragen und Tipps von erfahrenen Wassersportlern hören, auch wenn man eigentlich alles besser zu wissen glaubt..
Bei dem starken Wind drehte sich am Ufer verstärkt alles um die Beratung. Viele Fragen zu verschiedenen SUP-Boards, Canadiern und vor allem dem Origami-Kajak wurden beantwortet und an den Produkten demonstriert. Der Ab- und Aufbau eines Origami-Kajaks dauert keine 5 Minuten und das verblüffte die Camper ungemein.
Neben den vielen Gesprächen Rund um das Thema Schlauchboote, Motorvarianten und deren Vor- und Nachteile (eine leidige Diskussion, welche wir hier nicht vertiefen werden), nutzen die Camper die Möglichkeit, die unterschiedlichen Roller-Varianten von Peugeot Motocycles ausgiebig zu testen. Lars fragte Willy von Peugeot Motocycles nach Details.

Mira hat sich derweil den Peugeot e-Ludix geschnappt und hat eine Runde über den Campingplatz gedreht. Der Vorteil des Elektrorollers ist, dass man ihn mit dem Auto-Führerschein fahren darf, man braucht keinen Motorrad-Führerschein. Leise und richtig flott ging es los, denn der e-Ludix nimmt sofort Fahrt auf und zieht direkt gut an. Kaum zu glauben, dass es sich beim e-Ludix um die gleiche Kategorie wie ein 50ccm- Roller handelt. Der Elektroflitzer hat richtig Spaß gemacht.

Wenn man schon die Möglichkeit des direkten Vergleichs hat, dann kann man nur schwer „Nein“ sagen. Also ging es auch mit dem Kisbee, einem 50ccm-Roller mit Verbrennungsmotor, auf eine kleine Runde. Auch der Kisbee ist einfach zu fahren – eben auch Automatik, also einfach Gas geben, ohne schalten zu müssen. Im Gespräch mit den beiden Mitarbeitern von Peugeot Motocycles habe ich dann erfahren, dass der Kisbee zwar günstiger ist als der e-Ludix, aber wenn ich mich jetzt zwischen den beiden Rollern entscheiden müsste als fahrbaren Untersatz für ein Wohnmobil, ich würde den e-Ludix bevorzugen. Wenn ihr euch fragt warum, die Antwort ist ganz einfach: Der e-Ludix ist nicht nur leichter als der Kisbee, man kann auch noch den Akku herausnehmen, was das Verladen noch einmal einfacher macht. Der zweite Punkt ist die Tankstelle. Gerade wenn man auf etwas abgelegeneren Campingplätzen ist, dann kann es bis zur nächsten Tankstelle schon mal etwas eng werden, wenn die Tankleuchte angeht. Strom, um den Akku zu laden, gibt es hingegen auf jedem Campingplatz.

Am frühen Abend bauten wir unser Setup wieder ab und bereiteten alles für die Weiterreise nach Waging zum Strandcamping Waging am See vor. Hier hatten wir viele Diskussionen über die Strecke und deren Relation zur Länge von Deutschland. Am Ende mußte man auf die Technik, sprich Google zurückgreifen. Alle waren dann doch verblüfft, denn unsere Strecke für den nächsten Tag  wurde mit 836 km auf dem Navi angezeigt. Die direkte Strecke vom nördlichsten zum südlichsten Punkt Deutschlands beträgt 876 km. Ist schon krass, was wir doch so an Strecken herunterreißen. Glücklicherweise haben wir einen zuverlässigen Fuhrpark und der Knaus BoxStar hat sich, trotz seiner Länge von nur 5,40m als zuverlässiges Zugfahrzeug erwiesen. Lediglich das Tanken auf der Tour tut bei den aktuellen Spritpreisen schon sehr weh, wenn bei jedem Tanken für alle drei Fahrzeuge ein Urlaub für eine Kleinfamilie in den Tank fließt.
Am Morgen der Abfahrt sind wir übrigens nicht pünktlich losgekommen. Dreimal dürft ihr raten, wer wieder einmal nicht pünktlich war…