Wenn die Temperaturen sinken, der Regen häufiger wird und das Wasser bereits unangenehm kalt ist, wird ein guter Trockenanzug beim Paddeln schnell zum wichtigen Begleiter. Für die Übergangszeit im Frühjahr und Herbst stand deshalb die Suche nach einem leichteren Modell an. Im Praxistest mussten sich zwei Anzüge beweisen: der 3L FIRETECH 20K DRY OVERALL von White Water in Oceanblue/Black und der SUP MP LIGHT DRY OVERALL von Marinepool in Petroleum/Black.

Warum überhaupt ein neuer Trockenanzug?

Der bisherige Trockenanzug war zwar noch tragbar, erwies sich aber im Herbst und Frühjahr als sehr warm und relativ dick. Gerade in den Übergangsmonaten sollte deshalb ein leichteres Modell her. Gleichzeitig musste der neue Anzug auch zu den persönlichen Anforderungen, meiner Figur, passen. Besonders wichtig war ein guter Sitz im Schulterbereich und genügend Bewegungsfreiheit. Auch am Bauch sollte der Anzug nicht unangenehm einengen. Schließlich möchte man beim Paddeln möglichst wenig und nicht zu dicke Kleidung darunter tragen. Ein weiterer entscheidender Punkt: Der Anzug sollte sich schnell und unkompliziert anziehen lassen. Wenn während einer Tour plötzlich Regen aufzieht oder das Wetter umschlägt, möchte man nicht lange mit dem Anziehen beschäftigt sein.

Zwei Modelle, ähnliche Anforderungen

Die Wahl fiel schließlich auf zwei Modelle von White Water und Marinepool. Beide Anzüge wurden bewusst in auffälligen, ähnlichen Farbtönen ausgewählt. Denn gerade auf dem Wasser ist es ein Plus, gut gesehen zu werden. Vor dem Kauf wurde mit den Fachleuten von beiden Herstellern telefonisch nach der passenden Größe gefragt. Eine persönliche Beratung war uns dabei besonders wichtig. Statt mehrere Größen zu bestellen und anschließend nicht passende Anzüge zurückzuschicken, sollte möglichst direkt das richtige Modell im passenden Maß gefunden werden.

Diese Beratung hat sich im Test bezahlt gemacht: Beide Empfehlungen passten sehr gut.

Was beim Paddeln wichtig ist

Neben der Passform wurden einige ganz praktische Details unter die Lupe genommen. Beim Paddeln wird nicht nur gesessen. Gerade beim Ein- und Aussteigen, beim Klettern aus dem Wasser oder bei anderen Manövern kommt der Anzug ordentlich in Bewegung. Deshalb waren verstärkte Knie ein wichtiges Kriterium. Sie sollen den Anzug schützen, wenn man sich hinkniet oder beim Aussteigen auf dem Untergrund beziehungsweise am Board abstützt. Ebenfalls praktisch: Beide Modelle verfügen über eine aufgesetzte Tasche. Darin lassen sich kleine Dinge wie Telefon oder Taschentücher unterbringen, die man unterwegs gerne griffbereit hat.

Der Praxistest am Hariksee

Nach der ersten Begutachtung ging es mit beiden Anzügen aufs Wasser. Entscheidend war nun, ob die gute Passform aus der Beratung auch in der Bewegung bestehen bleibt – und natürlich, ob die Anzüge tatsächlich dicht sind.

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Beide Anzüge hielten dicht. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass die Übergangsmodelle am Hals nicht komplett dicht sind und beim Untertauchen hier ein wenig Wasser eindringt. Im Notfall ist das nicht schlimm und bei Regen ist es tatsächlich für uns in Kursen oder auf längeren Touren nicht relevant. Vielmehr ist die „Freiheit“ am Hals hervorzuheben, die in unserer Winterversion durch den dichten Abschluss natürlich sehr eng ist. Gerade Bartträger werden diese etwas lockere Variante sehr zu schätzen wissen.

Und auch beim An- und Ausziehen konnten beide Modelle überzeugen. Dafür werden jeweils maximal etwa zwei Minuten benötigt. Gerade bei wechselhaftem Wetter ist das ein großer Vorteil. Wird das Wetter plötzlich schlechter, das Wasser kälter oder fühlt man sich auf einer Tour einfach nicht mehr ganz wohl, lässt sich der Trockenanzug schnell überziehen.

Komfort und Passform

Beide Anzüge sitzen gut und sind vom grundsätzlichen Aufbau her ähnlich. Wer es an den Beinen beziehungsweise am unteren Abschluss nicht ganz so eng mag, kann bei beiden Modellen das Gummi mit einer Schere etwas weiter einstellen bzw. frei schneiden. (hierbei bitte vorsichtig agieren und es immer in kleinen Schritten machen, dann ist es easy)

Auch für unterschiedliche Kleidungsschichten bieten die Anzüge ausreichend Spielraum. Die Weite an der Hüfte lässt sich anpassen – so kann bei Bedarf auch etwas mehr wärmere Kleidung darunter getragen werden. Für den getesteten Körperbau war die Größenberatung beider Hersteller letztlich sehr gut: Die Anzüge passten nahezu wie angegossen.

Gibt es einen klaren Sieger?

Einen eindeutigen Favoriten gibt es nach diesem Test nicht. Sowohl der White Water 3L FIRETECH 20K DRY OVERALL als auch der Marinepool SUP MP LIGHT DRY OVERALL überzeugten durch ihre Passform, die Dichtigkeit und den angenehmen Tragekomfort. Auch beim An- und Ausziehen lagen beide Modelle auf einem vergleichbaren Niveau.

Bei der Preisgestaltung liegen beide Modelle gleichauf. Damit kann am Ende durchaus die persönliche Vorliebe entscheiden – beispielsweise bei den unterschiedlichen Fabvariationen.

Unser Fazit

Ein Trockenanzug soll vor allem eines: trocken halten und dabei die Bewegungsfreiheit beim Paddeln nicht einschränken. Genau das konnten beide getesteten Modelle leisten.

Der White Water 3L FIRETECH 20K DRY OVERALL und der Marinepool SUP MP LIGHT DRY OVERALL erwiesen sich im Praxistest als dicht, angenehm zu tragen und unkompliziert im Handling.

Für Touren in der kälteren und nasseren Jahreszeit bieten beide damit eine praktische Möglichkeit, auf wechselndes Wetter zu reagieren. Wenn Regen aufzieht oder das Wasser unangenehm kalt wird, ist der Trockenanzug schnell angezogen – und die Kleidung darunter bleibt trocken.

Unser Tipp: Nicht nur nach Farbe oder Preis entscheiden, sondern anprobieren und ausprobieren. Bei beiden Herstellern hat die persönliche Größenberatung in diesem Test sehr gut funktioniert. Am Ende darf dann durchaus auch die Farbe den Ausschlag geben.

 

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